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veröffentlicht am Mittwoch, 30.11.2005:

 

 

VICOSD sagt Nein zu Atomkraftplänen von PM Tony Blair

 

Am Dienstag, den 29. November zieht Premierminister Tony Blair die Pläne der britischen Regierung eine neue Generation von Atomkraftwerken zu bauen bei einer Ansprache in Erwägung. Mit dem weitverbreiteten Verwirrargument, dass Atomkraft eine Energieform sei, die Treibhausgase reduziert, wurde diese Entscheidung unterstützt.

Dass Protest bei solchen Plänen nicht weit sein kann, ist verständlich. Diesem Protest schließt sich VICOSD an. Weitere Forderungen, die solche Fehlinterpretationen des Kyoto Protokolls und des Kampfes gegen den Klimawandel verhindern sollen, sind von VICOSD die folgenden.

 

Erstens, eine wieder aufgenommene Diskussion, welche Treibhausgase in die Liste innerhalb des Kyoto Protokolls aufgenommen werden. In diesem Zusammenhang die Überlegung der Aufnahme von Wasserdampf in die Liste der Treibhausgase. Immerhin ist Wasserdampf als Treibhausgas viermal gefährlicher als CO2. Das Resultat dieses Schrittes würde sämtliche Versuche der Atomkraft verhindern, eine der umweltschädlichsten Energieformen als mögliche Energieform zur Erreichung der Kyoto Ziele zu deklarieren, da Atomkraftwerke über die Kühltürme Wasserdampf ausstossen.

 

Zweitens, die Diskussion kritisch zu führen. Nicht zu behaupten, dass Atomkraft die einzige realistische Alternative zum Unabhängigwerden von fossilen Ressourcen ist. Immerhin ist es Tatsache, dass nukleare Brennstäbe nicht neben dem Atomkraftwerk auf Bäumen wachsen und sehr wohl eine erneute Abhängigkeit erzeugt wird. Genauso wie Erdöllagerstätten, sind auch Uranlagerstätten auf einige wenige Teile der Erde beschränkt.

 

Drittens, das irreführende Bestreben zur friedlichen Nutzung der Atomkraft und deren Verbreitung in Entwicklungsländern. In diesem Fall eine Offenlegung der Karten, dass in den meisten Fällen die friedliche Nutzung der Atomkraft als Deckmantel zur Entwicklung und dem Beschaffen von Atomwaffen benutzt wird. Die berühmten Beispiele von Iran und Nordkorea sollten genug Warnung gewesen sein.

 

Und viertens, die Auseinandersetzung mit dem Problem der Entsorgung von Atomkraftwerken und dem Problem, wo ausreichend qualifizierte Fachkräfte für diese Tätigkeiten gefunden werden. Die Nuklearphysik zum Beispiel in Deutschland erlebt zur Zeit einen rapiden Rückgang an Studenten. Die Entsorgung von Atomkraftwerken ist eine Herausforderung, der man sich stellen muss. Immerhin nimmt sie für ein Atomkraftwerk ungefähr 15 Jahre in Anspruch. Da die Lebensdauer von Atomkraftwerken etwa 30 Jahre beträgt, gibt es eine Vielzahl an Atomkraftwerken in Europa, die demnächst das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Wer wird sich um dieses Problem kümmern und wird es noch in 20 Jahren genügend Fachkräfte für solche Tätigkeiten geben.

 

Bevor man nur im Geringsten die Wiederaufnahme von Nuklearprogrammen denkt, sollte man diese vier Punkte ernsthaft diskutieren. Deshalb hofft VICOSD, dass PM Tony Blair sich seine unkluge Entscheidung nochmals überlegt und auf die einzig zukunftsfähigen Energieformen setzt – den erneuerbaren Energien. Denn auch in Großbritannien gibt es Wind, Sonne und Biomasse.